Vor nicht zu langer Zeit gab's von Evgeny Abdraimov mal die Meldung, das der Qt Port einen guten Schritt voran gekommen ist. Die QtGUI Bibliothek lässt sich nun für Haiku kompilieren und einige Sachen laufen auch schon. Natürlich fehlen noch weite Teile von Qt, Hilfe wäre also bestimmt sehr willkommen.
Hier handelt es sich übrigens um einen Port, der ohne X11 auskommt und sich daher besser ins System integriert. Anders sieht's da bei dem anderen Qt Projekt im Rahmen von TiltOS aus. Das nutzt X11, läuft daher nur in einem X11-Fenster, ist aber dafür schon etwas weiter.
Qt ist ein sehr umfangreiches Framework, das fast alles (und mehr) enthält, was Haikus eigene API bietet; von GUI Elementen bis Kommunikation über TCP/IP. Entsprechend umfassend ist das Softwareangebot, das auf das Qt Toolkit setzt, z.B. KDE, Opera, Mathematica, MainActor, VirtualBox, VLC, Scribus und die Entwicklungsumgebung Qt Creator. Qt für Haiku würde Portierungen dieser Softwaretitel möglich machen und Haiku ein Riesenangebot an (teilweise) ausgereiften Programmen eröffnen.
Nun gibt es allerdings auch eine Kehrseite der Medaille...
Wie auch schon mal auf der Developer Mailingliste zu lesen war, sind nicht alle Entwickler von den Vorteilen von Qt überzeugt. Es besteht die Gefahr, dass sich die Qt Ports nicht in die Haiku Umgebung integrieren und der Vorteil der Nutzung systemweiter Technologien, die Haiku so attraktiv machen, verschwindet. Man stelle sich vor die Nutzung von Multithreading, MediaKit, DataTranslators, Attribute, Queries, Node-Monitoring, Replicants und evtl. auch einiges von Haikus Look&Feel und die Philosophie-der-guten-Defaults-statt-Optionsorgien wäre nicht mehr überall vorhanden.
Es sind praktisch die Argumente, die gegen jede Portierung sprechen. Qt könnte da allerdings als besonderer Katalysator wirken: Portierungen (die nicht auf Haiku Technologien eingehen) werden relativ einfach und das Qt-Softwareangebot ist so groß, dass nativ entwickelte Programme ins Hintertreffen geraten könnten, "weil's ja schon alles gibt".
Aber nachdem sich Qt nicht aufhalten lässt, sobald jemand genügend Motivation aufbringt es zu portieren, ist die Frage, ob man die Sache nicht unterstützen sollte, wenn's soweit ist. Dann würde sich Qt so gut es geht ins System integrieren und so Haiku zumindest möglichst wenig schaden...
Es wurde auch kurz angedacht Qt zukünftig als Nachfolger des InterfaceKit zu verwenden. Qt wäre von der Philosophie her ähnlich, aber halt viel vollständiger. Außerdem wird es von einer vergleichsweise riesigen Entwicklergemeinde weiterentwickelt und getestet. Das Gegenargument ist natürlich, dass man einen integralen Teil von Haiku aus der Hand gibt. Wozu überhaupt ein eigenes Betriebssystem entwickeln, wenn man um Arbeit zu sparen am Ende nicht ein komplett eigenes System hat, das man nach Belieben seinen Wünschen anpassen kann?
Wäre interessant zu erfahren, wie Leute zu der Sache stehen, die sich in der Materie auskennen. Ich selbst hab mich damit nicht eingehender beschäftigt, obige Aussagen sind also als die evtl. etwas uninformierte Einzelmeinung eines Endusers zu betrachten...

Ich denke die Idenitätsproblem ist eher daher.. dass QT eben so nahe an BeOS API angelehnt bzw. eben in vielen Teilen besser ist (der Chefentwickler der API von BeOS ist bei QT CEO (also der Typ der auch den Appserver in 3 Nächten programmiert hat) )
Ich sehe es eigentlich nur als Chance. Ich nutze QT auf allen Platformen und es wird mich nicht davon abhalten Haiku nutzen... bzw dafür zu programmieren, eben eher dazu bringen (sehr viele Leute würde es auch dazu bringen).
Allerdings muss ich auch feststellen dass die QT Programme diverse Dinge vermissen, welche ich gern sehen würde wie z.b. eben die tolle Systemintegration von Translator oder Dateiattributen usw.
[Achtung persönliche Meinung]
Und genau aus diesem Grund, kann es eigentlich nur positiv für Haiku sein. Leute würden angezogen von Haiku, weil sie wüssten: "Progamm xyz" von Linux läuft auch (z.b. war für mich ein Grund gewesen zu einem Mac zu wechseln... weil ich wusste... es gibt OpenOffice).
Dann entdeckt mann was "native" Programme besser können.... und will möglichst alles schnell mit "nativen" ersetzt haben (nun nutze ich fast nur noch Pages am Mac :-) )
Developer die angezogen wurden... werden genau das selbe Bedrüfniss verspüren (schlieslich wurde ich von eben der tollen Integration und dem Feel von BeOS überzeugt.)
Alles in allem würde ein QT Verweigern nur Haiku bremsen.
Wenn jemand QT Anwendungen benötig, dann wird er nicht auf ein System wechseln, welches kein QT bietet.
Oder wenigstens wird er ein dualbootsystem haben. Aber so gesehen bring ja jede Zeit, die der "Nutzter" wechseln muss.nur Nachteile für Haik
1. Es bringt ihn weg von der "The-Haiku-Way" Erfahrung
2. Nervt es dass man (so schön Haiku auch ist) immer dualbooten muss
alles in allem führt es zu (massiv) weniger Haiku Nutzern, weniger Zeit die ein User mit Haiku verbringt, weniger potentiellen (nativ) Entwicklern (gerade QT Entwickler dürften sehr gut und schnell mit der Haiku api klar komme) und somit weniger nativen Programmen (oder wenigsten viel viel länger Entwicklungszüglen).
[Achtung persönliche Meinung Ende]
Übrigens ist der x11 Port acht Jahre alt und somit für aktuelle Programme eigentlich eher unbrauchbar :-).
Du siehst das ganze mehr aus der Entwickler Perspektive, die ich als Enduser natürlich so nicht habe. Also Danke schonmal für Deine Meinung dazu, Paradoxon.
Dann entdeckt mann was "native" Programme besser können.... und will möglichst alles schnell mit "nativen" ersetzt haben (nun nutze ich fast nur noch Pages am Mac :-) )
Könnte natürlich auch daran liegen, dass OpenOffice eigentlich nicht so der Bringer ist...:)
Das Problem bei Haiku ist im Gegensatz zu MacOS, dass es hier halt oft noch keine entsprechenden nativen Programme gibt. Wenn Qt erst irgendwann mal in eine florierende Softwarelandschaft dazu stoßen würde, wäre das viel unproblematischer. Die Motivation z.B. ein gutes Pixel-Grafikprogramm zu entwickeln ist nicht mehr so groß, wenn GIMP bereits da ist. (GIMP hat wahnsinnig viele Features und kann (irgendwie) bestimmt auch alles. Aber oft ist es einfach "too much" und die Bedienung lässt m.E. zu wünschen übrig. Neben den erwähnten fehlenden Haiku-Technologien.)
Das ist die Hoffnung.
Ich glaube nicht, dass Qt in die vom Haiku Projekt entwickelte "Minimal-Distro" kommen wird (was natürlich keine anderen Distros wie TiltOS abhält oder dass es sich jemand nachinstalliert). Meinst Du das mit "Verweigerung"? Ansonsten wird man sehen wieviel Widerstand im Haiku Projekt herrscht, wenn die Qt-Portierer mal ein Anliegen haben.
Selbstverständlich. Und wenn er eine .NET oder JAVA Anwendung braucht auch nicht. :)
Vielleicht wäre eine gute Virtual Machine auch schon was wert. Dann müsste man zumindest nicht dual-booten.
Natürlich. Sind ja alles Einzelpersonen. :)
Achso. Habe nur bei Haiku Italia den Screenshot von TiltOS mit dem Qt auf X11 gesehen und hab mir gedacht, das erwähn ich auch mal. Wie gut das alles läuft, weiß ich natürlich nicht.